Der heutige Samstag holt mich wieder bei bestem, aber windigem und sehr kaltem, Postkartenwetter frühmorgens aus dem Bett. Und so bin ich schon vor 9 Uhr an der Landungsbrücke 3. Dort ist eine der Haltestellen der Bootslinie 62, die ich auch mit meinem HVV Tagesticket benutzen kann. Die Linie 62 nach Finkenwerder ist (oder war mal) ein Geheimtipp als Alternative zur Hafenrundfahrt.

Elbeabwärts sieht man vom Wasser aus die Landungsbrücken,

den Fischmarkt, den Liegeplatz der Kreuzfahrtschiffe,

das Bootsmuseum, den Elbstrand,

die bunten Schlepper

und auf der Südseite das rege Treiben im Hafen.

Ich fahre bis Finkenwerder Landungsbrücken und laufe einmal quer durch den Ort.

An der Anlegestelle Finkenwerder Rüschpark warte ich auf die Fähre nach Teufelsbrück zurück zum Nordufer. Dabei erlebe ich, wie ein Airbus Beluga auf dem nur wenige hundert Meter entfernten Airbus-eigenen Flugfeld zur Landung ansetzt. Sehr imposant!

In Teufelsbrück schaue ich mir den Jenischpark an, eine von einem Bachlauf durchflossene und relativ naturbelassene Parkanlage.

„Eierhaus“ (der Name kommt von den ovalen Fenstern) im Jenischpark:

Nächster Stopp: der Museumshafen in Oevelgönne. Dieser wird vom „Museumshafen Oevelgönne e. V.“ betrieben, einer Vereinigung zur Erhaltung historischer Wasserfahrzeuge.

Nach einer weiteren kurzen Fahrt mit HVV 62 bis Fischmarkt…

… laufe ich vorbei an den Landungsbrücken bis zum Mahnmal Nikolaikirche. Die Kirchruine ist einer meiner Lieblingsplätze in Hamburg. Diesmal schaue ich mir auch die Dauerausstellung „Gomorrha 1943 – Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg“ an.
Zum Eintritt gehört auch eine Fahrt bis in 75m Höhe mit einem verglasten Fahrstuhl, der inmitten des Kirchenturms (dem einzig erhaltenen Teil der Kirche) installiert ist. Schon die Auffahrt ist beeindruckend…

… ebenso wie der Ausblick von oben, bspw. über Rathaus, Binnen- und Außenalster …

… oder auf das ehemalige Kirchenschiff:

15:30 folgt dann gleich das nächste Highlight: die Kietzjungs Hurentour mit Cheeky Cate. Super lustig und authentisch, aber auch nachdenklich machend mit der 29jährigen Cheeky Cate, einer aktiven Sexworkerin mit „Haupteinsatzgebiet“ Herbertstrasse. Los geht’s am Beatlesplatz…

… vorbei an diversen speziellen Häusern, einmal durch die Herbertstrasse (für die 3 Herren) bzw. außen herum (für die zahlreichen Damen), kurz rein in die Rockerkneipe auf ein Bier…

… und weiter zum Boxkeller Ritze.
Cheeky Cate räumt mit vielen Klischees auf und die Stories, die sie zu erzählen hat, sind zum Teil nichts für schwache Nerven. Bspw. über den Grundschullehrer, der den Fehler beging, sich als pädophil zu outen. Wobei es natürlich nur aus seiner Sicht ein Fehler war. Denn so wurden wahrscheinlich Kinder vor Missbrauch bewahrt, da er längere Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein wird, seinen Neigungen nachzugehen. Vorausgesetzt, die Story stimmt.
Abends versuche ich noch einmal am Stage Operettenhaus Musicalkarten zu ergattern, habe aber auch heute kein Glück. Also schlendere ich auf dem Heimweg noch einmal über den Dom. Dort hat man sich auf die sibirischen Temperaturen eingestellt und schenkt u.a. Glühwein aus😂 So einen April-Glühwein lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Noch ein Blick auf den Bunker nach Sonnenuntergang:

Auf dem weiteren Heimweg finde ich dann sogar noch einen Thai, der mein geliebtes Som Tam (Papayasalat) anbietet. Damit kommt dann dieser Abend auch kulinarisch zu einem guten Ende🙂



































































